Wandlung und Form Tanzsolo: Ursula Ritter

 

für "an hour for Piano“ von Tom Johnston

Länge 54 Min 35 , 1979

Der Tanz spielt mit Werden und Vergehen, Erscheinen und Verschwinden, Themen und Formen bilden sich aus dem Nichts und lösen sich wieder auf. Ohne Wertung oder Vorrangigkeit wächst ein Thema, formt sich und versinkt wieder.

Das Klavierstück des amerikanischen Komponisten Tom Johnston in einer Einspielung von Frederic Rzewski, ist ein minimalistisches Stück, aus den 70ziger Jahren. Die Musik bildet rhythmisch ein gleich bleibendes strenges Gerüst, in dem wenige Notenwerte mal dichter mal transparenter fallen, immer wieder neu anhebend und abschwellend.

Der Körper wird zum Ausdruck von zyklischen Prozessen, die in der Natur immer und fortwährend stattfinden: Samen, Wachstum, Blüte, Vergehen. In der Natur des Menschen sind es ständig wechselnde Zustände: Ruhe, Aktion, Euphorie, Verzagtheit, Kristallisation, Innen sein , Außen sein, Traum, Wirklichkeit.

Die mesmerisierende Wirkung der Musik, in der der Zuhörer jedes Zeitgefühl verlieren kann, wird im Tanz gespiegelt: Die Sprache des Tanzes ist organisch, und arbeitet physisch mit Leichtigkeit, und Veränderlichkeit, die Bewegung erscheint, wächst, geht wieder, atmet, ist.